Winterzeit ist Lesezeit: Volker Kutschers “Der nasse Fisch”

Für unseren Redakteur Christoph heißt Winterzeit, Lesezeit! Deshalb hat er für euch diesmal eine Buchrezension des Romans Der nasse Fisch von Volker Kutscher. Wenn ihr unter der riesigen Auswahl von Büchern nicht wisst, was ihr als nächstes lesen solltet, dann ist Reinhören hier ein definitives Muss!

Beitrag: Christoph Knichel

Winterzeit ist Lesezeit – was gibt es schöneres als an einem kalten Wintertag bei einer Tasse Tee ein Buch in euerm Lieblingssessel zu lesen? Falls ihr noch auf der Suche nach der richtigen Lektüre seid, möchte ich euch heute den Kriminalroman „Der nasse Fisch“ von Volker Kutscher vorstellen. Das Buch bildet den Auftakt zu einer Reihe weiterer, aufeinander aufbauenden Krimis. Die sind übrigens auch die Vorlage für die ungewöhnliche, hoch gelobte Serie „Babylon Berlin“ von ARD und SKY. Die könnt ihr nächstes Jahr im Ersten anschauen.

Der etwas eigentümliche Titel des Buches sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hierbei um einen knallharten Krimi handelt. Das Buch bringt euch nach Berlin, mitten ins Jahr 1929, ihr erlebt eine Stadt im kollektiven Rausch – Kokain, illegale Nachtclubs und politische Straßenschlachten erhitzen die Gemüter der Zeitgenossen. Hauptfigur ist der junge, ehrgeizige Kommissar Gereon Rath. Der arbeitet zunächst für die KriPo und fängt dann an, auf eigene Faust Ermittlungen in einem mysteriösen Mordfall anzustellen. Währenddessen gibt es immer wieder Straßenunruhen, in denen sich Kommunististen und Rechte gegenüberstehen. Dadurch kommt Kommissar Rath mit Drogen, Politik, Kunst, Emanzipation und Extremismus in Berührung.

Neben dieser vordergründigen Haupthandlung besticht „Der nasse Fisch“ durch das hervorragend gezeichnete Bild der Goldenen Zwanziger in Berlin. Die politischen Entwicklungen in der späten Weimarer Republik und der aufkeimende Nationalsozialismus ziehen den Leser schnell in seinen Bann. Gemeinsam mit Gereon Rath erlebt ihr historische Ereignisse und trefft Personen der Zeitgeschichte. Dabei geht es nicht gerade zimperlich zu, es wird geprügelt, geschossen und auch sprachlich herrscht ein rauer Umgangston, ganz im Stile eines „hardboiled detective“ – einer klassischen Figur des anglo-amerikanischen Kriminalromans.

Dass das Buch trotz des derben Tons nicht trashig wirkt, liegt an Volker Kutschers hervorragend gezeichneter Hauptfigur Gereon Rath und der spannenden historischen Einbettung ins Berlin der Weimarer Republik. Dabei kommt nie das Gefühl auf, unterrichtet oder belehrt zu werden, die Historie fügt sich harmonisch in die Haupthandlung ein. Schnell findet man sich ganz und gar an der Seite des Kommissars wieder, geht mit ihm auf Verfolgungsjagd durch die verstopften Berliner Straßen, verhört Informanten und natürlich raucht man dabei was das Zeug hält.

Die spannende Mischung aus Kriminal- und historischem Roman machen das Buch so interessant und lesenswert, eben genau das richtige für kalte Wintertage oder als Geschenk – denn ihr wisst ja: Weihnachten steht vor der Tür. Ich wünsch euch jedenfalls viel Spaß beim Lesen oder Verschenken.

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